Hochtourentage Almagell 14.08. – 16.08.20

Die Tour wurde um einen Tag gekürzt, der Wetterbericht für den Montag sah nicht vielversprechend aus.

Am Freitag trafen wir uns im Zug ab Spiez für die Reise ins Wallis. Die Sesselbahn brachte uns ab Saas Almagell hinauf auf Furggstalde 1902m, weiter ging es über den Erlebnisweg zur Almagelleralp 2192m und zum Tagesziel, unserer Almagellerhütte 2894m.

Der nächste Morgen begann in aller Frühe. Um 04:00 Uhr sassen wir am Frühstückstisch und stärkten uns für die Überschreitung des Weissmies 4017m. Ganz die Einzigen waren wir nicht mit dieser Idee, die Seilschaften verteilten sich jedoch gut auf dem S-Grat und ebenso beim Abstieg. Wir mussten schon recht früh auf den S-Grat ausweichen, das Schneefeld auf der SO-Seite hatte sich weit hinauf zurückgezogen. Der Grat war aber sehr gut zu begehen. Bei schönstem und fast windstillem Wetter durften wir auf dem Gipfel verweilen und später den Abstieg nach Hohsaas geniessen. Für meine 4 Teilnehmenden war es der erste 4000er. Im grossen Spaltenbereich durch die Abbrüche wurde durch die Bergführer eine grosse Holzleiter aufgestellt, so konnten wir bequem über den Gletscherabbruch hinuntersteigen.

Nach einer Stärkung auf dem Hohsaas marschierten wir hinunter zur Weissmieshütte 2726m. Wir durften für uns zum Übernachten allein den ganzen Winterraum in Beschlag nehmen und konnten uns so genügend ausbreiten um den nötigen Abstand einzuhalten. Am nächsten Morgen ging es wieder früh los zu unserem Tagesziel, dem Lagginhorn 4010m. Wir wählten die Route über den NW-Grat zum Gipfel. Auf dem ganzen Grat waren mehr oder weniger Wegspuren erkennbar und daher recht gut zu begehen. Im oberen Teil konnten wir den restlichen Firnschnee elegant umgehen, so, dass wir problemlos ohne Steigeisen den Gipfel erreichen konnten. Um auf dem Gipfel einen Platz zu ergattern mussten zuerst einige wieder absteigen, wir fanden aber unseren Platz und durften auch heute den grandiosen Ausblick geniessen. Nun war es für meine Begleiterinnen und Begleiter bereits der zweite 4000er. Ich gratuliere den Vieren zu ihrem Erfolg. Der Abstieg über die gleiche Route zieht sich für meine Begriffe immer in die Länge, die Weissmieshütte scheint immer gleicht weit unten zu stehen. Bei der Hütte angekommen ging es zuerst dem Durst und Hunger an den Kragen.

Wir wollten ursprünglich noch einen Tag länger bleiben und den Klettersteig am Jegihorn 3206 machen, doch das Wetter sah nicht so rosig aus, Gewitter und Regen war angesagt, so beschlossen wir bereits am Sonntag die Heimreise anzutreten.

Besten Dank an beide Hütten Teams für die sehr gute Bewirtschaftung und freundliche Bedienung. Einen Dank auch an meine Begleiterinnen und Begleiter und nochmals gratuliere ich zum Erfolg der 4000er Besteigung.

Der TL Chrögu

 

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