LVS Training im Gebiet Seebergloch

Zusammen mit Georg Steigmeier haben wir das Lawinenfeld am Vortag vorbereitet und die LVS schon vergraben. Mit etwas Vorsprung habe ich das Lawinenfeld noch fertiggestellt und weitere Gegenstände und mich als Person auf dem Feld verstreut und positioniert, so dass eine realistische Übung durchgeführt werden konnte.

Nach Bekanntgabe der Situation übernahm Franz Weibel das Kommando und teilte die Leute zu verschiedenen Aufgaben ein. Auf dem Feld waren 3 Gegenstände mit LVS und eine Person mit LVS verteilt. Zudem waren sichtbar auf dem Feld ein Rucksack, zwei unterschiedliche Skistöcke und ein Handschuh verstreut. Der letzte Gegenstand mit LVS wurde 34 Minuten nach Bekanntgabe der Situation ausgegraben.

Im Grossen und Ganzen kann die Ernstfallübung als gelungen bezeichnet werden. Die vorhandenen Leute wurden unverzüglich zu ihren Aufgaben eingeteilt. Überzählige Leute wurden als Reserve zurückgehalten. Die REGA wurde avisiert und es wurde ein Protokoll erstellt.

Folgende Verbesserungen sind aber noch möglich:

  • Mit so vielen Teilnehmern muss unbedingt eine zweite LVS Staffel losgeschickt werden.
  • Die Erst-Suchenden mit LVS dürfen sich nicht bei den Fundstellen versäumen. Es muss unbedingt sofort weitergesucht werden.
  • Sondier- und Schaufel Equippen müssen unbedingt unmittelbar hinter den mit den LVS-Suchenden gehen, damit diese bei einer Anzeige sofort mit der Lokalisierung und Bergung der Opfer zur Verfügung stehen.
  • Der Lawinenkegel muss unbedingt zuallererst mit Aug und Ohr abgesucht werden.
  • Aufgefundene Gegenstände wie Skis, Säcke, Handschuhe und Skistöcke müssen geborgen und gut sichtbar markiert, deponiert oder eingesteckt werden.
  • Alle eingeteilten Helfer müssen sich akribisch an die Anweisungen des Führers halten.

Anschliessend wurde mit den Teilnehmern die Handhabung der LVS einzeln geübt. Die zweite Hälfte der Teilnehmer machte im Wechsel ein «Skiturli» auf den Piz Oesch und auf den Puur.

Es zeigte sich, dass einige doch noch etwas Mühe mit dem Umgang des LVS hatten. Es kamen auch Schwächen der Geräte zum Vorschein. Mitgeführte Metallgegenstände wie Schaufeln, Sonden oder auch Telefone können die Geräte empfindlich stören. Deshalb bei grösseren Gruppen solche Gegenstände durch die LVS Suchenden im Rucksack verstauen oder bei Einzelsuchen für die Feinsuche die metallenen Gegenstände etwas abseits deponieren. Sondieren und Schaufeln ist bei genügend Leuten Sache der Nachhut.

Ebenfalls mussten einige feststellen, dass ihre Sondierstangen nicht mehr funktionstüchtig waren. Auch sind die alten Lawinenschaufeln mit den kurzen Holzstielen nicht effizient für eine Ausgrabung unter schwierigen Umständen.

Es darf natürlich auch nicht mehr vorkommen, dass ein Teilnehmer an eine Lawinenübung ohne Sonde und Schaufel erscheint! Auf jede Tour gehört eine vollständige Tourenausrüstung. Wer sich künftig nicht daran hält, wird von den Touren ausgeschlossen. Ausnahmen gibt es nur bei den ältesten Teilnehmern mit dem Segen des Tourenleiters.

Besten Dank für den gespendeten Gipfelwein von Beat Josi.

Ebenfalls vielen Dank für die anlässlich seines kürzlichen Geburtstages gespendete Getränkerunde im Restaurant Sternen in Oey von Georg Steigmeier.

Urs Hofer

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