Senioren– Bergwanderung über den Zwinglipass

Die Anfahrt am ersten Tag dauerte beinahe gleichlang wie der schweisstreibende Aufstieg. Die Fahrt mit der solar- und windbetriebenen Doppel Kabinenseilbahn ist immer wieder ein spezielles Erlebnis. Da die Windanlage auf Gamplüt letzten Winter durch Wind und zusätzlich durch einen Lawinenniedergang beschädigt worden ist, musste vermutlich mit Wasser-Strom etwas nachgeholfen werden.

Nach einer kurzen Verpflegungspause im Bergrestaurant gings zuerst etwas aufwärts und nach einem kurzen Abstieg ebenwegig zur Alp Tesel. Ab da über teils steile Trittstufen zur Chreialp. Konrad und Georg liessen es sich nicht nehmen, mit der netten Sennerin noch ein wenig zu «Schäkern». Ab da gings in einer guten halben Stunde weiter steil aufwärts zur Hütte. Einige Teilnehmer mussten bei diesem recht fordernden Hüttenweg doch etwas leiden.

Nach einem ersten Durstlöscher machten wir uns zum zirka 30 Minuten entfernten Aussichtspunkt Ruchbühl auf. Einige Unentwegte bestiegen anschliessend noch einen nächsten Gipfel über den Chreialpfirst Richtung Mutschen.

Der gemütliche Abend in der Hütte genossen wir bei einem feinen Nachtessen, serviert von 5 freiwilligen, sehr freundlichen und hilfsbereiten Helfern der Sektion Toggenburg. Die Hüttenchefin erklärte uns, dass jeweils ein paar Freiwillige wochenweise die Hütte betreuten. Speziell sei auch, dass das ganze Material (Essen, Getränke und Feuerholz) von Freiwilligen ab der Chreiealp zur Hütte und das Leergut wieder hinuntergetragen werden. Beim jährlichen Anlass im Juni wurden von 140 Helfern mehrere Tonnen Material hochgetragen.

Am nächsten Morgen sahen nicht alle gleich ausgeschlafen aus, da das «Geschnarche» einen ruhigen Schlaf verunmöglichte.

Der zweite Tag begann eher frisch und windig und der Abstieg forderte volle Konzentration über die heiklen Karstfelder und die noch erstaunlich grossen Schneefelder. Auf der Fählenalp beim gleichnahmigen See warteten wir längere Zeit auf drei Kameraden, welche sich nicht von der Sennerin trennen konnten. Grund war offenbar auch, dass Emil seinen Geldbeutel nicht mehr finden konnte.

Im Berggasthaus Bollenwees gabs eine weitere Trinkpause bevor wir auf einem guten Fahrsträsschen zum Sämtisersee abstiegen. Teilweise in beissenden Ameisen sitzend genossen wir eine kurze Mittagsrast.

Der weitere lange Abstieg über das sehr steile Natursträsschen forderte wiederum einige Teilnehmer voll und ganz. In Brülisau angekommen, hatten wir noch eine gute Stunde Zeit, um den Durst zu löschen, bevor es mit dem Postauto nach Gossau weiterging. Emil leerte noch einmal seinen Rucksack uns stellte ernüchternd fest, dass sein Geldbeutel unauffindbar war. Res versuchte es mit Pendeln und erklärte, dass der Geldbeutel wohl auf der Alp verlorengegangen sei, bis plötzlich René auch seinen Rucksack genauer untersuchte. Und siehe da, es stellte sich heraus, dass Emil auf der Alp den Rucksack verwechselt hatte und sein Portemonnaie im Sack von René verstaut hatte. Gross war wohl der Stein, der von Emil abgefallen war.

Herzlichen Dank den beiden 80-jährigen Jubilaren und den weiteren Spenden von Getränken und vor allem Hans für seine umsichtige Planung und Führung in einer grossartigen Landschaft im Säntisgebiet.

Urs Hofer

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