Tourenbericht Senioren Rund ums Wildhorn

Am Sonntag stiegen wir in 2 Stunden bei idealen Verhältnissen in die Geltenhütte auf, wo wir von Ueli und Marianne Stalder freundlich begrüsst wurden. Die beiden stiessen mit uns auf den von Ihnen gespendeten Apéro an. Leider hatte Ueli offenbar einen (Käfer) eingefangen und musste anschliessend 2 Tage das Bett hüten.

Am Montag erfolgte bei leicht feuchtem und nebligem Wetter der Aufstieg Richtung Arpelistock. Die vielen Alpenmolche auf den teilweise sehr nassen und glitschigen Wegspuren erleichterten den Aufstieg auch nicht. Auf der Höhe von etwas über 2600 m entschieden wir uns wegen des zirka 15 cm «flutschnassen» Neuschnees, des wieder stärker gewordenen Niederschlags und des Nebels, zur Rückkehr. Total durchnässt erreichten wir die Geltenhütte, wo wir den Nachmittag mit Jassen und Lesen verbrachten.  Die Gruppe 1, welche sich unter der Leitung von Res Stuker schon auf dem Weg Richtung Arrête de l’Arpille befand, konnten wir auf unserem Rückweg zur Hütte telefonisch erreichen. Wir entschieden, dass die Gruppe 1 wieder umkehren sollte, da der Col des Audannes wegen des vielen Neuschnees nicht mehr passierbar war. Von der Barrage fuhren die 4 Teilnehmer mit der Seilbahn nach Gsteig und mittels ÖV zum Lauenensee. Nach gut 2 Stunden Aufstieg trafen sie ebenfalls in der Geltenhütte ein. Interessant zu beobachten waren die für uns ungewöhnlich anmutenden 38 Jaks, welche am Sonntag weit oben mit dem Feldstecher beobachtet werden konnten. Am Montagmorgen stiegen diese, wohl wegen des gefallenen Neuschnees, bis zur Geltenhütte ab.

Am Dienstag starteten wir die Querung zur Wildhornhütte bei strahlendem Wetter. Nach luftigen Wegabschnitten zum Chüetungel ging es weiter Richtung Stierentungel. Als eine Teilnehmerin und der Schlussmann Konrad plötzlich fehlten, wurde beim Stierentungel eine Rast eingelegt. Offenbar hatte sich die Teilnehmerin (wie der Hüttenwart) ebenfalls einen «Käfer» eingehandelt. Mit Durchfall und Erbrechen war ein Weitergehen trotz verabreichter Tier- und Humanmedizin nicht denkbar. Sie entschied, sich auf dem Tungelpass von uns zu verabschieden und allein Richtung Leiterli zu wandern. Ob sie sich wohl von Hüttenwart Ueli angesteckt hatte? Selbstverständlich versicherten wir uns, dass sie gut nach Hause zurückgekehrt war. Der Rest der Gruppe meisterte den steilen aber kurzen Aufstieg Richtung Stiegelschafberg und querten nordseitig das Niesehore zum Punkt 2381, wo wir die Mittagsrast genossen. Wie schon öfters, musste vor dem Start Res zuerst aus seinem «Schnarch-Tiefschlaf» aufgeweckt werden. Von da ging es in teilweise exponiertem Gelände durch wunderschöne Blumenwiesen. Interessiert nahmen wir die umfangreichen Kenntnisse von Tierarzt Res in Sachen Blumennamen und deren Verwendung zur Kenntnis. Da wir schon kurz nach dem Mittag die Wildhornhütte erreichten, vertrieben wir die Zeit wiederum mit Jassen.

Am Mittwoch beschlossen 2 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer, die Besteigung des Iffighore mit anschliessendem Abstieg zur Haltestelle beim Alpenrösli unter die Füsse zu nehmen. Der Rest der Gruppe wählte den steilen «Wadenbeisser Aufstieg» von der Hütte zum Schnidejoch. Auf der Rückseite des Jochs mussten doch noch kurz die Steigeisen montiert werden, da der Firn Schnee auf über 2700 Metern am Morgen doch noch gefroren war. Nicht schlecht staunten wir ob der blühenden Geröllhalden auf dem 2755 m hohen Pass. Der Abstieg über dem Lac de Tené und dem weiter unten liegenden Lac de Zeuzier erforderte wegen der Ausgesetztheit und des schlechten Weges volle Aufmerksamkeit. Das Überqueren der wunderschönen «Karrfelder» Richtung Rawilpass erforderte noch einmal viel Geschick, starke Beine und eine gute Kondition. Auf der Hochebene unterhalb des Rawilpasses genossen wir eine kurze Mittagsrast. Auf der Nordseite des Passes querten wir noch einmal etliche Schneefelder, bevor wir auf dem erlebnisreichen und teilweise imposant angelegten Bergweg ins Tal zur Iffigenalp abstiegen. Nach einem «ganz schnellen» Trunk fuhren wir, total eingepfercht und stehend, im komplett überfüllten Postauto zum Treffpunkt mit der anderen Gruppe in die Lenk. Bei einem kühlen Bier und/oder einen Cup beendeten wir unsere Tour standesgemäss.

Trotz des bedauerlichen Ausfalls einer Teilnehmerin (wir wünschen ihr alle gute Besserung) und der 3 Teilnehmer, welche wegen der Länge und der Schwierigkeit am letzten Tag eine leichtere Tour wählten, waren sich alle einig, dass dies wiederum eine gelungene Kurz-Wanderwoche war.  Den wunderschönen Bergfrühling im abwechslungsreichen und teilweise spektakulären hochalpinen Gelände werden allen in Erinnerung bleiben.

Besten Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die anerkennenden Worte und für all die Apérospenden.

Urs Hofer

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