(Nadelhorn)- Ueberschreitung Ulrichshorn 3924m-Balfrin 3795m-Gross Bigerhorn 3626m vom 9./10. Juli

Da unser Zug in Spiez ausfiel, machten wir uns eine halbe Stunde später auf den Weg nach Saas Fee. Das erste Teilstück zur Mischabelhütte wurde z.T. mit der Hannnigalpbahn, z.T. zu Fuss bewältigt, der Rest der Strecke erfolgte wieder in der Gruppe. In der Hütte empfing uns Maria, die Hüttenwartin, zuvorkommend. Sie ist im übrigen eine Verwandte von Hugo, unserem Hüttenwart Almagell.

Am nächsten Morgen ging es um 4 Uhr im Schein der Stirnlampen los; angeseilt wurde vor dem Betreten des Hohbalmgletschers. Als 5-er Seilschaft überquerten wir diesen und gelangten auf das Windjoch, das seinem Namen vollauf gerecht wurde. Der stürmische und kalte Nordwind begleitete uns auf dem Nadelgrat und war auch der Grund, dass wir kurz unterhalb des Gipfels umkehrten.

Im Abstieg folgten wir nach der Ueberschreitung des Ulrichshorns dem rechten Rand des stark zerklüfteten Riedgletschers. Wo man bisher den Gletscher verlassen konnte, gestatteten tiefe Spalten und steile Abbrüche aber kein Durchkommen und auch der Randbereich unmittelbar unter dem vom Balfrin kommenden Pfeiler bot wegen Steinschlaggefahr keine Alternative . Im Spaltenbereich knickte eine Teilnehmerin zudem bei der Landung nach einem Spaltensprung ein und rutschte dadurch einige Meter in eine Spalte. Ihr Hintermann konnte sie souverän halten, wurde aber ebenfalls umgerissen. Die Beiden musste von da an leicht handikapiert mit verstauchtem Fuss und geschürftem Knie weitergehen. Als Alternative zum kurzen, nicht passierbaren Stück wählten wir einen circa 5-stündigen Umweg zurück über den Gletscher zum Riedpass und anschliessender Ueberquerung des Balfrin und des Grossen Bigerhorns, um dann einige Stunden und Höhenmeter später den Weg Richtung Bordierhütte fortsetzen zu können.

Nach einer kurzen Rast bei der Bordierhütte nahmen wir den 3-stündigen Hüttenweg unter die Füsse, um mit Hilfe eines Taxis noch den letzten Zug nach Spiez zu erwischen.

Durch die Höhe der Tour, den kalten Wind, den langen Umweg und den Abstieg von 3400 Höhenmeter wurde den Teilnehmern Einiges abverlangt, was diese aber bravourös meisterten. Chapeau!…

Dieter Schnyder

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