Tourenbericht Senioren

Nach einer regenreichen Nacht kamen bei einigen doch Zweifel auf, ob die Tour überhaupt durchgeführt werden könne. Spätestens ab dem Kaffeehalt auf dem Simplonpass keimten die Hoffnungen aller, dass unser Unterfangen doch noch gelingen könnte, als sich die Nebel zu lichten begannen. Der erste Aufstieg in teilweise steilem Gelände auf den Andollapass gab einen Vorgeschmack, was uns noch warten könnte. Auch der Abstieg zur Andollahütte forderte im obersten Bereich volle Konzentration. In der Hütte angekommen erlebten alle den ersten, glücklicherweise aber auch den letzten Frust. Der Koch und eine Angestellte komplimentierten uns relativ unfreundlich wieder hinaus und erklärten, dass wir erst am nächsten Tag angemeldet seien. Alle Schlichtungsversuche scheiterten und als Alternative stand uns nur das über zweistündig entfernte Bivacco Cita di Varese mit maximal 9 Schlafplätzen zur Verfügung. Zudem wusste niemand, ob das Biwak zu dieser Stunde schon belegt war. Auch ein Nachtessen verweigerte uns der Koch. Glücklicherweise kam im letzten Moment eine junge Hüttengehilfin aus dem Tal und konnte die Angelegenheit klären, da sie mich offenbar noch von meiner Rekkotour in der Vorwoche wiedererkannte. Erstaunlich war für alle, dass plötzlich ein leerer Fünfzehnerraum für uns zur Verfügung stand, ein feines Abendessen serviert wurde und uns alle sehr freundlich und zuvorkommend bedienten. Der nächste Tag bestätigte leider, dass nicht alle den hohen Anforderungen im teilweise schon hochalpinen und dem nicht ganz einfachen Gelände zurechtkamen. Vielen Dank Konrad, dass du dich bereit erklärt hast, eine überforderte Person zur Andolla Hütte zurück zu begleiten und dadurch leider auf die grossartige Tour verzichten musstest. Die beiden wanderten am nächsten Tag wieder über den Andollapass ins Zwischbergental wo der Zusammenschluss der Gruppe am Nachmittag erfolgte. Der Einstieg vom Biwak zum Klettersteig erfolgte über steile, im mit grossen Felsbrocken übersäten steilen Gelände, oberhalb eines kleinen Schneefeldes. Obschon der Klettersteig mit K 3 nicht allzu schwierig bewertet wird, erforderte er den meisten nach dem happigen Aufstieg doch einiges ab. Zudem waren die Einrichtungen im untersten Bereich in sehr schlechtem Zustand, was teilweise ein praktisch freies Klettern erforderte. Glücklich über die bestandene Herausforderung gabs eine längere Rast auf dem Sonnigpass. Der anschliessende Abstieg zur Almagellerhütte empfanden wohl alle als sehr lang und mühsam im ständigen auf und ab über die unzähligen Moränenzüge. Von Hugo und seinem Hüttenteam wurde wir nach dem unfreundlichen Empfang in der Andollahütte mehr als entschädigt. Nach einem offerierten Apero gabs ein überaus feines Z`nacht. Der Aufstieg zum Zwischbergenpass am nächsten Morgen war nach der guten Unterkunft für alle problemlos zu bewältigen. Hingegen erforderte der doch sehr lange Abstieg, zuerst über gut begehbare Schneefelder, später über Moränen und ständigem Auf und Ab über Gmeinalp wieder zum Stausee Fa, wo wir mit den beiden Zurückgebliebenen, welche die Tour am zweiten Tag abgebrochen hatten, zusammentrafen. Den Schlusstrunk gabs nach einer Tenüerleichterung und teilweisem Wechsel auf leichteres Schuhwerk sowie einem letzten Marsch zu den Fahrzeugen im Restaurant Zwischbergen.

Vor ab besten Dank Koni für Deinen Verzicht auf die Rundtour zugunsten von allen Teilnehmern. Ohne diese generöse Geste hätte die Tour wohl abgebrochen werden müssen. Herzlichen Dank auch allen Teilnehmenden und den Fahrzeuglenkern, welche Verdankens weise auch noch meine Wegpauschale mitfinanziert haben.

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